Für die aktuelle Sendung von ‚Kassel im Blick‘ produzierten wir wieder einen Filmeinspieler. Dieses Mal ging es um die Weltkunstausstellung documenta 13. Der Einspieler dient in jeder Sendung dazu die Diskussion anzustoßen. Wie am Ende des Beitrags zu hören ist, verweist der Einspieler, der auf der Webseite der Stadt Kassel eingebunden ist, auf die komplette Sendung in der Hessenmediathek unter mediathek-hessen.de

Der Off-Text im Wortlaut: Die ersten Wochen der documenta 13 sind nahezu im Fluge vergangen. Geprägt war diese Zeit von einem großen Medieninteresse und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Ausstellung. Die documenta 13, so ein erstes Fazit, zeigt sich in einer Vielfalt und künstlerischen Dichte, die so anscheinend nicht erwartet wurde!
Kopf dieser gekonnt platzierten Überraschungen ist die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakagiev, die es zu verstehen wusste, ihren geladenen Künstlerinnen und Künstlern den nötigen Freiraum zur Erschaffung großartiger Werke einzuräumen.
Heraus gekommen ist eine intensive Auseinandersetzung mit der Stadt der Weltkunstschau. Dass Kassel davon profitiert ist spürbar! So entstanden im Auftrag der documenta Arbeiten, die das Gesicht und die Geschichte Kassels in alle Welt tragen.
Zudem fand die Kunstausstellung noch nie an so zahlreichen und unterschiedlichen Orten statt. Das führt zwar zu der Herausforderung für die Besucherinnen und Besuchern, in wenigen Tagen alles ge¬sehen zu haben, aber es bietet auch die Chance Kassels Geschichte und Gegenwart hautnah zu erleben.
Und was bietet die documenta 13 für Kassel? Den Bürgerinnen und Bürgern eröffnet die Kunstschau einen neuen Blick auf ihre Stadt. So werden beispielsweise vom Verfall bedrohte Gebäude, wie das ehrwürdige Kaskade Kino am Königsplatz, das Hotel Hessenland und das Hugenottenhaus in der Friedrichstraße bespielt und in das Bewusstsein der Kasselerinnen und Kasseler geholt. Eine Chance, die nach der documenta auch für andere Leerstände zu neuen Wegen führen könnte.
Und Kassel profitiert nicht nur von den Kunstwerken. Wie kein anderes Ereignis kurbelt die documenta die städtische Wirtschaft an. Im Vorfeld der Kunstausstellung profitieren Hand-werks¬betriebe und Werkstätten vom Aufbau und dem Hübschmachen Kassels. Während der Ausstellungstage profitieren durch den zahlungskräftigen Kulturtourismus vor allem Hotels und Gastronomie.
Wie bei der Ausstellung 2007, werden auch dieses mal wieder mehr Gäste erwartet. Ob es am Ende 800 Tausend oder gar eine Millionen Besucherinnen und Besucher sein werden — die Frage, die sich Kassel schlichtweg stellen muss ist – wie profitiert man von diesem Zuspruch auch außerhalb der 100 Tage? Welche Wege, die durch die Ausstellung aufgezeigt werden, können aufgegriffen werden und wo muss man investieren, damit die Kunst- und Kulturinteres–sierten gerne wieder kommen, um den zahlreichen Attraktionen und Museen der Stadt einen Besuch abzustatten?