Ein Blick zurück – und mitten hinein ins Heute: „Fortmachen“ von Nils Knoblich
Wir freuen uns sehr, den Comiczeichner Nils Knoblich mit seinem neuen Werk „Fortmachen“ vorzustellen – einem eindrucksvollen Zeitdokument über Flucht, Überwachung und Familienzusammenhalt. Nils arbeitete mehrere Wochen im ehemaligen Ofen-Office in Kassel an seinem Comic, der die Geschichte seiner eigenen Familie erzählt: Ihre Flucht aus der DDR im Herbst 1989 – nur wenige Wochen vor dem Mauerfall.
Was Nils als Kind nur in bruchstückhaften Erzählungen bei Familienfeiern hörte, hat er durch intensive Recherchen, Interviews mit Eltern, Großeltern und Onkel sowie die Auswertung der Stasiakten seiner Familie zu einem vielschichtigen, bewegenden Comic verarbeitet. Dabei schafft er es, persönliche Erlebnisse wie leere Erdbeerregale, kontrollierte Pakete und abgehörte Telefonate subtil und eindrücklich zu erzählen.
„Also ich denke, in einem Überwachungsstaat gibt es ein ganz großes Misstrauen – sogar gegenüber nahestehenden Personen, Familienmitgliedern, Nachbarn.“
– Nils Knoblich
„Fortmachen“ ist mehr als eine Familiengeschichte – es ist ein grafischer Bericht über die Lebensrealität in einem Unrechtsstaat, über Misstrauen, Mut und den Wunsch nach Freiheit. Und es schlägt zugleich eine Brücke in unsere Gegenwart: Denn das Thema Überwachung ist aktueller denn je.
Nils gelingt es, historische Erfahrungen so zu erzählen, dass sie heute relevanter wirken denn je – sei es beim Blick auf den Umgang mit Geflüchteten oder die Bedeutung demokratischer Grundrechte. Sein Comic ist ein Plädoyer für Empathie, für Erinnerung und für eine offene Gesellschaft.
Aktuell ist Nils mit „Fortmachen“ auf Lesereise durch Deutschland. Wir empfehlen: Unbedingt lesen, zuhören – und weiterfragen.
Weitere Infos zum Comic, zur Lesetour und zu Nils Knoblichs Projekten gibt es unter: nilsknoblich.com
Bleibt neugierig!