Hiwa K – View from Above: Eine Brücke zwischen Welten

Am 22. Oktober 2018 jährte sich die Zerstörung der documenta-Stadt Kassel zum 75. Mal. Dieses historische Datum war Anlass, eine besondere Arbeit der documenta 14 in Erinnerung zu rufen: View from Above von Hiwa K.

Der aus dem Irak stammende Künstler und Arnold-Bode-Preisträger von 2016 verbindet in seiner Videoarbeit im Stadtmuseum Kassel globale Fluchtgeschichten mit der lokalen Erinnerung an die Bombennächte des Zweiten Weltkriegs. Ausgangspunkt ist ein Modell des zerstörten Kassels – das Bild einer Stadt in Trümmern, das viele ältere Kasseler*innen noch aus eigener Erfahrung oder Familienerzählungen kennen.

Parallel dazu erzählt Hiwa K die Geschichte eines Geflüchteten, der mithilfe einer fremden Identität versucht, Asyl zu erhalten. Diese Erzählung wirft Fragen auf – über Zugehörigkeit, Wahrheit und Identität. Und sie macht deutlich: Das Erleben von Flucht, Verlust und der Suche nach Sicherheit ist keine ferne Realität, sondern auch Teil unserer eigenen Stadtgeschichte.

Die Arbeit besticht nicht nur durch ihre formale Klarheit, sondern schafft einen emotionalen Zugang: Sie macht Fremdes vertraut und fordert dazu auf, sich selbst in den Geschichten der anderen zu erkennen. View from Above erinnert daran, dass Kunst in Kassel nicht nur ausgestellt, sondern gelebt und hinterfragt wird – mitten in der Stadt und ihrer Geschichte.

Wir wünschen spannende Erkenntnisse!

Die Videoinstallation von Hiwa K im Stadtmuseum Kassel während der documenta 14

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