taom AG – Wenn KI zum Schönheitsideal wird

Ein fiktionales Realexperiment aus Kassel über Künstliche Intelligenz, Körperbilder und die Zukunft von Kreativität.

Plötzlich war sie da: die taom AG, eine Modelagentur, wie sie realer kaum wirken konnte – mit dutzenden Gesichtern, professionellen Kampagnenmotiven, Agenturclaims, Büroästhetik. Nur dass nichts davon echt war. Kein Gesicht existiert. Kein Vertrag wurde je unterschrieben. Kein Shooting hat je stattgefunden.

Und genau das war der Punkt.

taom AG war unser künstlerisch-medialer Feldversuch in der kleinen Galerie am Weinberg in Kassel – eine komplette Inszenierung einer Modelagentur, erschaffen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz. Alle Bilder, alle Texte, der Name, das Konzept: KI-generiert, KI-verfasst, KI-gesteuert. Was dabei herauskam, war faszinierend und verstörend zugleich. Eine Einladung zum Staunen – und zum Innehalten.

Was passiert mit unserem Verständnis von Schönheit, wenn Gesichter synthetisch werden?
Was bedeutet Identität in einer Welt aus Prompt-Befehlen?
Und wie verändert KI unser Verhältnis zu Kreativität, Autorenschaft und Wahrheit?

taom AG war keine technische Machbarkeitsstudie. Sie war ein atmosphärischer, durchaus ironischer, aber auch tief ernster Erfahrungsraum. Besucher:innen standen Modellen gegenüber, die es nicht gibt – und fühlten sich dabei doch gesehen. Die Ästhetik war makellos. Die Fragen, die blieben, unbequem.

Bewegen Sie sich durch den 3D-Raum der taom AG

Begleitet wurde das Projekt von dem Format #talkaibot – Livestreams, in denen Künstler:innen, Jurist:innen und Interessierte gemeinsam über die ethischen, rechtlichen und kulturellen Dimensionen Künstlicher Intelligenz diskutierten. Zu finden in unserer Playlist auf YouTube